Nach europäischem Recht ist eine Gesellschaft in allen EU-Mitgliedsstaaten anzuerkennen, wenn sie nach dem Recht eines EU-Mitgliedstaates wirksam gegründet wurde und alsdann ihren Sitz in ein anderes Mitgliedsland verlegt.

Wegen des faktisch nicht erforderlichen Stammkapitals ist die britische „Limited Company“ in Deutschland sehr populär.
Häufig unbekannt ist, dass auch eine ausschließ;lich in Deutschland ansässige Limited in Groß;britannien gesellschaftsrechtliche Pflichten erfüllen muß;, insbesondere: Erstellung eines britischen Jahresabschlusses; Aufbewahrung der Buchführung im „registered office“; Beachtung der Publizitätspflichten.

Da die Nichteinhaltung dieser Pflichten nachhaltige steuerliche Auswirkungen im Inland hat, prüft die Finanzverwaltung hier sehr streng. Erfüllt eine Limited Company die Publizitätspflicht in Groß;britannien nicht, droht die Löschung im britischen Handelsregister.

Ferner erfordert das britische Recht, dass Rechtsgeschäfte des Geschäftsführers mit der Gesellschaft (Geschäftsführerverträge/Darlehensverträge) stets vorab in einer Sitzung des Verwaltungsrates erklärt und protokolliert werden. Schließ;lich darf nach britischem Recht eine Ausschüttung an Gesellschafter nur erfolgen, wenn und soweit die Gesellschaft im Jahresabschluss einen echten Gewinn ausweist.

Folge: Steuerlich liegen verdeckte Gewinnausschüttungen vor, wenn durch die Löschung der Limited das Gesellschaftsvermögen (automatisch) auf die Gesellschafter übergeht. Gleiches gilt, wenn Leistungen (z.B. Geschäftsführergehalt oder Ausschüttungen) an den Gesellschafter unter Verstoß; gegen das britische Recht erfolgen.

Da das britische Gesellschaftsrecht und das deutsche Steuerrecht nicht aufeinander abgestimmt sind, ergeben sich steuerliche Fallstricke, die die Popularität dieser Rechtsform beschränken.

Mitgeteilt von Hans Georg Hofmann
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht, Heilbronn-Leingarten